Nachhaltigkeit

Klimafreundliche Volleyball-Ferien

Sportveranstaltungen ziehen jährlich Millionen von Besucher*innen an – ein Handlungsfeld mit riesiger Reichweite und klimatischen Auswirkungen. Dabei besuchen die Mehrzahl der Veranstaltungen im Amateursport weniger als 5.000 Zuschauer*innen. Der Deutsche Olympische Sportbund, die Bundesregierung, der Europäische Volleyball-Verband und andere Organisationen wollen Sportveranstaltungen möglichst klimaneutral durchführen. Der Europäische Verband hat 2015 die Kampagne „Green Way“ gestartete mit den gelben und grünen Bällen als Erkennungszeichen. Wie klimaneutrale Volleyball-Events funktionieren können, ist auszuprobieren. Die Volley-Woche will den CO₂-Fußabdruck der Ferienveranstaltung möglichst klein halten.

“Treibhausgase” entstehen nicht nur durch die eigentliche Sportveranstaltung, sondern auch in der Vorbereitung und abseits der Spielfelder. Es bedarf eines umfassenden Konzepts zur Vermeidung. Durch vielerlei Maßnahmen lassen sich Emissionen senken. Sportveranstaltungen können dennoch „klimaneutral“ sein, wenn “unvermeidliche” Emissionen einer Veranstaltung kompensiert werden. In folgenden Bereichen ist ein Umdenken notwendig:

Energie

Kein Sport-Event kommt ohne Strom und Wärme aus. Wie sparsam und effizient mit Energie umgegangen wird, entscheidet mit über die Menge der Emissionen der Veranstaltung, über die Kosten und über die Frage, ob die Veranstaltung einen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Strom und Wärme sollten so erzeugt werden, dass die Beeinträchtigungen der Umwelt möglichst gering sind. Das gastgebende Gymnasium Altenholz und die benachbarte Gemeinschaftsschule werden von den Stadtwerken Kiel versorgt – der Mix an Primärenergiequellen wird zur Zeit recherchiert.

Verkehr

Die An- und Abreise der Teilnehmer*innen, Trainer*innen und Betreuer*innen  erzeugt bei vielen  Sportgroßveranstaltungen ein beträchtliches ökologisches Minus: Der Verkehr ist für ~95 % der Treibhausgase aller Sportveranstaltungen verantwortlich, darüber hinaus sind Luftschadstoffe, Verkehrslärm und zugeparkte Straßen oft ein Ärgernis für Anwohner*innen. Das Gymnasium Altenholz ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Die Buslinie 100 fährt vom Kieler Hauptbahnhof – ohne Umsteigen  – direkt nach Altenholz. Von der Haltestelle sind es nur fünf Minuten Fußweg zum Gymnasium. Bis zum Kieler Hauptbahnhof fahren Züge aus ganz Deutschland. In Planung ist ein Shuttle mit einem Elektrobus vom Kieler Bahnhof zum Veranstaltungsort.

Abfall

Müllvermeidung ist das beste Rezept. Ist das nicht möglich sollte die Recyclingquote möglichst hoch sein, um Wertstoffe wieder in einen Kreislauf einzubringen. Das Gymnasium Altenholz wird für die Volley-Woche mit einem mehrfarbigen Abfalltrennsystem ausgestattet. Um das Volumen zu reduzieren wird im Einkauf auf überflüssige Plastikverpackungen verzichtet. Das Trinkwasser wird nicht in Einwegflaschen beschafft, sondern von den Stadtwerken Kiel durch eine Leitung geliefert. Mit eigenen Trinkflaschen aus recycelten PET-Flaschen soll der anderswo produzierte Müll sinnvoll weiterverwendet werden. Durch diese Planung entfallen auch Transportwege von abgefülltem Mineralwasser.

Verpflegung

Für eine möglichst umweltfreundliche Sportveranstaltung sind Qualität, Produktionsweise und die Herkunft der Lebensmittel relevant. Die Auswahl saisonaler und regionaler Produkte aus biologischer Landwirtschaft leistet einen klimaschonenden Beitrag. Auch der Faire Handel kann einen Beitrag leisten. Fair heißt in diesem Zusammenhang, dass die Produzent*innen für ihre Rohstoffe und Nahrungsmittel Preise erhalten, die nicht unter ihren eigenen Herstellungskosten liegen.

Beschaffung und Merchandising

Souvenirs und Fan-Artikel sind fester Bestandteil eines farbenfrohen und stimmungsvollen Erscheinungsbildes von Sportveranstaltungen. Bei der Herstellung oder Produktauswahl sind internationale Umwelt- und Sozialstandards ein guter Indikator für klimabewußte Herstellung. Die Teilnahme-Shirts der Volley-Woche wurden in Bielefeld bedruckt und genäht und entsprechen dem Ökotex-Standard. Zur Herstellung der Funktionsfasern PET-Flaschen recycelt.

Der Hersteller der Drucksachen hat in Abstimmung mit dem Bundesverband Druck & Medien für alle Produkte, die CO₂-Menge ermittelt, die bei der Herstellung dieser Produkte entsteht. Dabei wurden alle Materialien, deren Anlieferung an die Druckerei, die Nutzung der Maschinen, die CO₂-Erzeugung durch die Anfahrt der Mitarbeiter*innen zum Unternehmen, der Energieverbrauch für Gebäudetechnik etc. berücksichtigt. Der daraus berechnete CO₂-Verbrauch wurde kompensiert.